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Eine besondere Auszeichnung für Schwarzenbach an der Saale: Das Erika-Fuchs-Haus wird mit dem Institutionenpreis des Kulturpreises Deutsche Sprache 2026 ausgezeichnet.

Wie die Eberhard-Schöck-Stiftung und die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung bekanntgaben, werden in diesem Jahr außerdem die Popsängerin und Musikproduzentin Annette Humpe sowie der Verein „MundArt in der Kirche“ ausgezeichnet. Mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache werden bereits zum 25. Mal Personen, Institutionen und Initiativen geehrt, die sich in besonderem Maße um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Der Preis wird in drei Kategorien verliehen. Annette Humpe erhält dabei als Hauptpreis den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis. Die Laudatio hält der Journalist Tillmann Prüfer. Die Preisverleihung findet am 3. Oktober 2026 in Baden-Baden statt.

„Herausragende Institution“

In ihrer offiziellen Begründung bezeichnet die Jury das Erika-Fuchs-Haus als „eine herausragende Institution, in der die Rolle der deutschen Sprache in Comics ebenso minutiös wie phantasievoll dokumentiert wird“.

Besonders hervorgehoben werden die zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen des Hauses, die immer wieder aufs Neue zeigen, wie die deutsche Sprache in einer besonderen Kunstform prägnant und beeindruckend weiterentwickelt wurde – vor allem im Anschluss an das Werk der großen Pionierin Erika Fuchs.

„Die zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen des Hauses demonstrieren immer wieder aufs Neue, wie die deutsche Sprache in einer speziellen Kunstform prägnant und beeindruckend weiterentwickelt wurde, vor allem im Anschluss an das Werk der großen Pionierin Erika Fuchs“, erklärt Prof. Dr. Wolf Peter Klein, Sprecher der Jury.

Deutschlands erstes Comicmuseum

Das Erika-Fuchs-Haus wurde 2015 in Schwarzenbach an der Saale eröffnet und ist Deutschlands erstes Comicmuseum. Es erinnert an die außergewöhnliche sprachliche Leistung von Dr. Erika Fuchs (1906–2005), die von 1933 bis 1984 in Schwarzenbach an der Saale lebte und wirkte.

Als langjährige Chefredakteurin des deutschen Micky-Maus-Magazins übersetzte sie ab 1951 die Geschichten aus Entenhausen ins Deutsche und prägte dabei mit ihrem unverwechselbaren Stil Generationen von Leserinnen und Lesern.

Mit Wortschöpfungen, literarischen Zitaten und lautmalerischen Begriffen entwickelte Erika Fuchs eine ganz eigene Sprachkunst, die bis heute Kultstatus genießt. Ihrem sprachlichen Genie ist der große Erfolg des Micky-Maus-Magazins in Deutschland maßgeblich zu verdanken.

Im Mittelpunkt des Museums steht deshalb auch die Sprachkunst von Erika Fuchs. Interaktive Stationen laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, Sprache spielerisch zu entdecken und Comics neu zu erleben. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch Sonderausstellungen, Vorträge, Lesungen und Workshops, die sich immer wieder neu mit den Themen Comic, Sprache und Kultur auseinandersetzen.

Hintergrund zum Kulturpreis

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Mit dem Institutionenpreis werden Einrichtungen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Weitere Informationen gibt es unter
www.kulturpreis-deutsche-sprache.de

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