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Münchberg / Schwarzenbach / Wunsiedel. Mit Wirkung zum 1. April 2026 stellt die ZENOB GmbH die Geschäftsführung der EMS GmbH. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf fünf Jahre befristet und wurde von den zuständigen Gremien in Münchberg und Schwarzenbach beschlossen.

Ziel ist es, die kommunale Energieversorgung unter Aufrechterhaltung der Stadtwerke und der EMS strukturell zu stärken und langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der vakanten Geschäftsführung der EMS sowie steigender regulatorischer Anforderungen, wachsender IT- und Sicherheitsvorgaben und zunehmendem Fachkräftemangel, der viele kleinere kommunale Versorger vor erhebliche organisatorische Herausforderungen stellt.

Durch die Einbindung der ZENOB werden Führungsverantwortung gesichert und Kompetenzen gebündelt, ohne die kommunale Verankerung aufzugeben. Die Gesamtstruktur der EMS und der Stadtwerke in Münchberg und Schwarzenbach bleiben auch in der Zusammenarbeit mit der ZENOB erhalten.

Die kommunale Steuerung und Kontrolle bleiben unverändert: Aufsichtsrat, Werkausschüsse und Stadträte behalten ihre Zuständigkeiten und strategische Entscheidungen erfolgen weiterhin nur auf Basis der Gremienbeschlüsse.

Das bedeutet: EMS und die Stadtwerke bleiben als Unternehmen bzw. Eigenbetriebe in ihren Heimatstädten bestehen. Auch Netze, Infrastruktur und kommunales Eigentum verbleiben in Münchberg und Schwarzenbach.

Für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bedeutet das auch, dass ihre Stadtwerke ihre ersten Ansprechpartner bleiben.

Gleichzeitig werden in zentralen Fachbereichen künftig Synergien gebildet. Dazu gehören insbesondere:

  • IT
  • Abrechnung
  • Buchhaltung
  • regulatorische Anforderungen
  • Sicherheitsstandards
  • rechtliche und administrative Prozesse

Durch die Bündelung von Kompetenzen sollen Doppelstrukturen vermieden, Prozesse vereinheitlicht und Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EMS werden künftig eng mit den Fachbereichen der ZENOB zusammenarbeiten. Beide Seiten ergänzen sich fachlich und bringen ihre jeweiligen Stärken ein: die lokale Nähe der EMS ebenso wie die strukturelle und regulatorische Expertise der ZENOB.

Die Wertschöpfung bleibt in Münchberg und Schwarzenbach, die Arbeitsplätze bleiben vor Ort.


Kommunen gestalten aktiv eine tragfähige Lösung

Für die Städte Münchberg und Schwarzenbach ist die neue Struktur eine bewusste Entscheidung für Stabilität und Weiterentwicklung. Da sie selbst als Gesellschafterinnen an der ZENOB beteiligt sind, war diese Verzahnung die logische Konsequenz.

Bürgermeister Zuber aus Münchberg ordnet die Entscheidung ein:

„Wir haben mit der ZENOB eine Lösung gefunden, die unsere Stadtwerke stärkt und unsere Eigenständigkeit wahrt. Für unsere Bürgerinnen und Bürger bedeutet das, Kontinuität vor Ort und gleichzeitig professionelle Unterstützung im Hintergrund. Wir sichern damit unsere Energieversorgung langfristig und verantwortungsvoll.“

Auch Bürgermeister Baumann aus Schwarzenbach betont den strategischen Charakter der Entscheidung:

„Nach dem Ausscheiden des bisherigen Geschäftsführers war klar, dass wir mehr brauchen als eine Interimslösung. Mit dieser Kooperation schaffen wir eine tragfähige und zukunftsorientierte Struktur. Wir nutzen die Situation, um unsere Energieversorgung strategisch weiterzuentwickeln und organisatorisch auf eine stabile Grundlage zu stellen.“

Beide Städte sehen in der Zusammenarbeit einen Schritt, um kommunale Handlungsfähigkeit unter veränderten Rahmenbedingungen zu sichern.


ZENOB setzt ihren Gründungsauftrag konsequent um

Für die ZENOB ist die Übernahme der Geschäftsführung Ausdruck ihres ursprünglichen Auftrags: Kommunen durch Zusammenarbeit strukturell zu stärken.

Marco Krasser, Geschäftsführer der ZENOB, erklärt:

„Die ZENOB wurde gegründet, um kommunale Energieversorgung gemeinsam stärker und zukunftsfähig zu machen. Mit der Übernahme der Geschäftsführung der EMS setzen wir diesen Auftrag konsequent um. Es geht um stabile Führungsstrukturen, klare Verantwortlichkeiten und die Bündelung von Fachkompetenz. Die operative Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern bleibt vor Ort – wir schaffen den organisatorischen Rahmen dafür.“

Die Zusammenarbeit ist ausdrücklich keine Verschmelzung und kein Eigentumswechsel. Die operative Gesellschaft bleibt bestehen.

Die Beteiligung der ZENOB an der geschäftsführenden GmbH ist funktional und zunächst zeitlich begrenzt. Nach fünf Jahren können die Anteile zum Nominalwert zurückgehen, sofern die Kommunen dies wünschen. Allerdings ist es das Ziel, mit dieser Zusammenarbeit eine dauerhafte Lösung zu schaffen.


Interkommunale Kooperation als Modell für die Region

Nicolas Lahovnik, Aufsichtsratsvorsitzender der ZENOB sowie Erster Bürgermeister von Wunsiedel, sieht in der Entwicklung einen Schritt mit Signalwirkung:

„Als Aufsichtsratsvorsitzender der ZENOB trage ich diese Zusammenarbeit ausdrücklich mit. Sie entspricht dem Gründungsgedanken der ZENOB: Kommunen schließen sich zusammen, um ihre Energieversorgung eigenständig, regional und zukunftsfähig zu sichern. Diese Zusammenarbeit zeigt, wie über Stadtwerksgrenzen hinweg Kompetenzen gebündelt und Strukturen professionalisiert werden können.

Die EMS profitiert nun von genau diesem Modell: Fachwissen, Personal und Ressourcen werden vernetzt, ohne die kommunale Identität aufzugeben. Interkommunale Zusammenarbeit ist kein Verlust an Selbstständigkeit, sondern eine strategische Stärkung. Dieses Modell kann Vorbildcharakter für weitere Kommunen haben.“

Mit dem Inkrafttreten der Geschäftsführung beginnt die operative Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen. In den kommenden Monaten werden Prozesse abgestimmt, Verantwortlichkeiten klar definiert und gemeinsame Standards entwickelt.

Ziel ist es, die regionale Energieversorgung langfristig organisatorisch robust, wirtschaftlich tragfähig und fachlich leistungsfähig aufzustellen.


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