Festliche Stadtratssitzung zum Abschluss der Wahlperiode 2020–2026
Mit einer feierlichen Stadtratssitzung am 28. April 2026 ging in Schwarzenbach an der Saale eine prägende Wahlperiode zu Ende. Der Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz gefüllt – neben den Stadträtinnen und Stadträten waren auch zahlreiche Zuschauer sowie die Partnerinnen und Partner der Gremiumsmitglieder anwesend. Unter den Ehrengästen befanden sich Oliver Bär sowie die Ehrenbürger Dieter Seuß und Dr. Christian-Heinrich Sandler.
Zu Beginn des Abends stand die Verabschiedung der ausscheidenden Stadtratsmitglieder im Mittelpunkt. Bürgermeister Hans-Peter Baumann würdigte deren Engagement und dankte für die geleistete Arbeit im Dienste der Stadt.
Aus dem Stadtrat verabschiedet wurden Alexander Witt nach vier Jahren, Klaus Kapp, der fünf Jahre im Stadtrat tätig war und zusätzlich als Ortssprecher Verantwortung übernommen hatte, sowie Andreas Link nach fünf Jahren und Kristina Teschner nach sechs Jahren kommunalpolitischer Tätigkeit. Auf zwölf Jahre im Stadtrat können Manuela Fischer, Günter Konopka, Martina Presch und Stefan Sachs zurückblicken. Eine besonders lange Zeit im Gremium engagierten sich Rüdiger Lang und Bernd Schelter, die jeweils 18 Jahre dem Stadtrat angehörten.

Im Rahmen dieser Verabschiedung wurde Manuela Fischer zudem zur Badpatin für das Hallenbad sowie das Waldbad Schiedateich ernannt und bleibt der Stadt damit weiterhin eng verbunden.
Im Anschluss folgten die Ehrungen für langjähriges Engagement. Für ihre 18-jährige Tätigkeit im Stadtrat wurden Rüdiger Lang und Bernd Schelter mit der Stadtmedaille ausgezeichnet.
Den Höhepunkt des Abends bildete schließlich die Verleihung der Bürgermedaille in Silber an Bürgermeister Hans-Peter Baumann, der nach insgesamt 24 Jahren kommunalpolitischen Wirkens – davon zwölf Jahre als Erster Bürgermeister – aus dem Amt scheidet. In einer emotionalen Laudatio würdigte Landrat Oliver Bär seinen Einsatz für die Stadt und die Region.
In seiner Abschiedsrede blickte Baumann auf zentrale Projekte, große Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und die Energiekrise sowie auf viele positive Entwicklungen in Schwarzenbach an der Saale zurück. Besonders hob er dabei den starken Zusammenhalt und das ehrenamtliche Engagement hervor.
Mit einem symbolträchtigen Moment fand der Abend seinen Abschluss: Hans-Peter Baumann übergab die Amtskette an seinen Nachfolger Michael Haas. Damit ging eine lange und prägende Amtszeit zu Ende und zugleich begann ein neues Kapitel für die Stadt.
Im Anschluss an die Sitzung kamen die Anwesenden zu einem gemeinsamen feierlichen Abendessen zusammen, bei dem der Abend in würdigem Rahmen ausklang.

Rede des Ersten Bürgermeisters a.D. zum Nachlesen
Die vollständige Abschiedsrede von Bürgermeister a.D. Hans-Peter Baumann:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Zuhörer in der heutigen Sitzung,
liebe Gäste, liebe Schwarzenbacherinnen und Schwarzenbacher,
zur heutigen Sitzung, kurz vor dem 1. Mai 2026, dem Beginn der neuen Wahlperiode, darf ich Sie nochmals ganz herzlich bei unserer letzten Stadtratssitzung des Zeitraumes 2020 bis 2026 begrüßen.
Mit dem Ablauf des 30. April 2026, also in rund 53 Stunden endet die Mitgliedschaft von 10 Stadträtinnen und Stadträten, und damit eine herausragende Verantwortung, die diese in den vergangenen sechs Jahren wahrgenommen haben. Ein weiterer Stadtrat, nämlich Michael Haas steigert noch seine Verantwortung für die Stadt, nachdem er seine Wahl zum 1 Bürgermeister von Schwarzenbach a.d.Saale angenommen hat. Last but not Least endet mit dem 30. April mein kommunalpolitischer Einsatz von 24 Jahren für die Stadt Schwarzenbach, zunächst 12 Jahre als Stadtrat und dann weitere 12 Jahre als 1. Bürgermeister.
Daher ist es selbstverständlich, heute auf die Herausforderungen und das Erreichte in den letzten sechs Jahren zurückzublicken.
So lagen in diesem Zeitraum z.B. die Sanierung, ja fast der Neubau des Hallenbades oder des Blackhouse 26, der Ausbau von Friedrich-, Schneidmühl- oder Georgstraße und zuletzt der Neubau des Unteren Förbauer Weges, verschiedenste Vorhaben mit der Deutschen Bahn, angefangen von dem Bahnübergang in Förbau bis hin zu weitreichenden Entscheidungen im Rahmen der Elektrifizierung der Strecke Hof-Marktredwitz, der Kronesterbrache einschließlich des Lärmschutzes, die Eisenbahnüberführung Rehauer Straße oder das Vorhaben in Seulbitz einschließlich des dann durch die Bahn zu errichtenden Radwegs,
darüber hinaus der Radwegebau von Baumersreuth nach Völkenreuth und insbesondere von Förbau nach Fattigau als Teil des Saaleradweges mitten durch unsere schöne Altstadt entlang der Saale, zusammen mit unserem Landrat Dr. Bär, die Ausstattung unserer 8 Feuerwehren u.a. mit sieben Fahrzeugen einschließlich des Ausbaus zweier Feuerwehrhäuser, die Sanierung der Stegmühle einschließlich der Neugestaltung des Malerwinkels mit Verbesserung des Hochwasserschutzes, die Ansiedlung der Firma NWS und AH Logistik in unserem Gewerbegebiet, der Ausweisung von Windkraftflächen gerade zur Stärkung der heimischen Wirtschaft im Hinblick auf eine regionale Wertschöpfung
oder die Machbarkeitsstudie zur Wärmeplanung,
unsere 700-Jahr Feier oder der 10. Geburtstag des Erika Fuchs Hauses
und vieles mehr.
Viele dieser Maßnahmen hätten es verdient in ihrer Auswirkung für die Stadt und unsere Einwohner erläutert zu werden. Darauf möchte ich jedoch bewusst verzichten. Nicht weil das, was hier geschaffen wurde, nicht relevant sei. Vielmehr erlaube ich mir gerade auf Ereignisse Bezug zu nehmen, die die vergangenen sechs Jahre in einem besonderen Licht mit besonderen Herausforderungen erscheinen lassen.
Gerade das erste Drittel dieser Wahlperiode wurde geprägt durch die Corona-Pandemie. So mancher wird sich jetzt denken, „ach ja stimmt, das war ca. von 2020 bis 2022“. Glücklicherweise neigt der Mensch dazu solche negative Ereignisse eher zu verdrängen.
Aber wenn wir uns bewusst zurückerinnern, so konnte im Jahr 2020 die Kommunalwahl gerade noch unter einigermaßen normalen Verhältnissen durchgeführt werden. Die mancherorts notwendige Stichwahl zum Stadtoberhaupt erfolgte sodann ausschließlich per Brief. Entscheidend jedoch waren für die Gesellschaft andere Punkte, wie die Schließung von Kindergärten, Schulen, Universitäten mit den sich sodann ergebenden Herausforderungen des Distanzunterrichtes, bei dem wir auch als Sachaufwandsträger der Schulen gefordert waren. Einschneidend waren darüber hinaus sicherlich auch die Begegnungs- und Besuchsverbote selbst über Weihnachten, und dies sogar in den Pflegeheimen. Vor allem unsere Kinder und Jugendliche, aber auch die Senioren waren im besonderen Maße hiervon betroffen. Und gerade die Pädagogen weisen heute noch darauf hin, dass der fehlende soziale Kontakt über Monate und gar Jahre noch merkbar ist. Leider nicht im Positiven.
Jede Medaille hat zwei Seiten. Habe ich zunächst die erste Seite beschrieben, so blicke ich mit Stolz und Anerkennung auf die zweite Seite dieser Corona-Medaille. Es war gerade bei uns im ländlichen Raum die Solidargemeinschaft, die das möglichst Beste aus der Situation gemacht hat. So darf ich an die Teststationen erinnern, die von unseren ehrenamtlich Aktiven aus der Feuerwehr und der Wasserwacht im Rahmen der städtischen Organisation zusammen mit dem Landkreis durchgeführt wurden. Es war die Bereitschaft Masken zu nähen. Im Jahr 2020 noch einfache Masken aus Stoff. Im Laufe des Jahres 2021 konnten wir unseren Maskennäherinnen von der Stadt jedoch bereits ein Spezialvlies zur Verfügung stellen, dass seitens unserer Firma Sandler AG hier in Schwarzenbach gefertigt wurde. Lieber Heiner, dass es sich hierbei nicht um ein normales Produkt aus Eurem Hause gehandelt hat, kann dadurch ersehen werden, dass die Firma, die Auslieferungen und sogar das Wohnhaus des CEO unter Polizeischutz standen.
Mitten in diesem Szenario stand letztlich auch die Stadt. So gehörte es mindestens zur wöchentlichen Gewohnheit die aktuellen Verordnungen zu studieren, um letztlich möglichst eine Balance zwischen Schutz und größtmöglicher Freiheit herzustellen. So konnten wir selbst im Sommer 2020 das Konzert der Hofer Symphoniker durchführen, wenn auch nur unter strikter Einbehaltung der Abstandsregeln.
Selbst das Jubiläumsjahr „700 Jahre der ersten urkundlichen Erwähnung von Schwarzenbach“ war zumindest in seiner Vorbereitung von Corona geprägt. „Können wir den Festakt in der St. Gumbertuskirche überhaupt stattfinden lassen, wie sieht es aus mit den vielen Veranstaltungen im Laufe des Jahres?“ Mit gemeinschaftlicher Organisation und viel Engagement bei vielen Veranstaltungen gerade im Sommer und damit im Außenbereich konnten wir sodann doch ein denkwürdiges Jubiläumsjahr feiern.
Ende Februar 2022 erfolgte sodann ein weiterer Einschnitt. Durch den rechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine und die sich hieraus ergebenen Auswirkungen wurde uns unsere Abhängigkeit von russischem Gas und Öl verdeutlicht. Die sich hieraus ergebene Energiekrise verteuerte insbesondere Strom und Gas in erheblichem Umfang. Aber nicht genug, im Herbst 2022 wussten wir nicht einmal, ob wir unseren Bürgerinnen und Bürgern zu Weihnachten ausreichend Gas zum Beheizen der Wohnungen oder der Industrie für die Produktion zur Verfügung stellen könnten. Glücklicherweise musste weder Strom noch Gas abgestellt werden. Aber die hohen Energiepreise treffen immer noch die Bevölkerung, insbesondere aber auch die Wirtschaft. Und diese Auswirkungen kennen wir alle, auch die Stadt im Rahmen ihrer Haushalte.
Dieser Krieg in der Ukraine steht aber im Kontext zu einer sich ändernden Weltpolitik. Wer denkt, dies geht uns im beschaulichen Schwarzenbach doch nur sehr wenig an, der täuscht sich leider. So musste ich im Jahr 2022 wieder einen Krisenstab ins Leben rufen, der sich nicht nur mit Strom oder sonstigen Energieausfällen zu befassen hat, sondern leider auch wiederum mit kriegerischen Szenarien hier in der Mitte Europas. Ich hoffe zutiefst, wir bereiten uns auf ein Ereignis vor, dass doch nicht stattfinden wird.
Nun möchte ich meinen Rückblick natürlich nicht mit derart nachdenklichen und negativen Aussichten beenden. Die letzten Jahre haben vielmehr gezeigt, dass bürgerliches Engagement in Schwarzenbach großgeschrieben wird. Ich durfte bereits die Rettungsdienste wie unsere neuen Feuerwehren oder die Wasserwacht erwähnen. Es sind aber auch eine Vielzahl von Vereinen, die sich nach Innen und Außen engagieren. Hierfür möchte ich mich in besonderer Weise bei jedem Einzelnen bedanken. Euer Engagement ist das Salz in der Suppe gerade hier im Leben im ländlichen Raum.
Sehr positiv habe ich auch die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Gestaltung des Außenbereiches unserer Stegmühle empfunden. In mehreren Sitzungen und Workshops, bei denen auch die Jüngsten mit beteiligt waren, haben wir gemeinsam ein Konzept erarbeitet, dass unseren Malerwinkel neben der bereits sanierten Stegmühle nochmals erheblich aufwerten und ein Anziehungspunkt mit dem Wasserspielplatz nicht nur für die Kinder und Jugendliche sein wird. Im Bereich des Stegmühlengeländes wird man in Zukunft spielerisch Natur und Technik erkunden können. Besonders erfreulich ist, dass der Großteil der Schwarzenbacher Bürger von diesem Projekt begeistert ist, das wir zwischenzeitlich bei der Städtebauförderung und der Regierung von Oberfranken für eine möglichst hohe Bezuschussung angemeldet haben. Viele Schwarzenbacher identifizieren sich mit dem Projekt, nicht nur ideell, sondern auch finanziell. Bereits einige Spenden sind für den Spielplatz eingegangen. Unser Ehrenbürger Dr. Sandler und seine Bärbl haben darüber hinaus anlässlich ihrer Geburtstage bereits weitere Mittel eingesammelt und werden dieses Projekt, das auch ihnen am Herzen liegt unterstützen, und damit die Stadt, unsere Kinder und Jugendliche bzw. Familie. Mein herzliches Dankeschön hierfür.
Erwähnen möchte ich bei diesem Projekt darüber hinaus die hervorragende Zusammenarbeit mit den Akteuren beim Wasserwirtschaftsamt Hof. Unsere Anliegen und die der Bürgerschaft sind hier auf offene Ohren gestoßen. So freut man sich als Bürgermeister mit Behörden zusammen zu arbeiten. Dies gilt aber ebenso wie zum Beispiel mit dem Landratsamt oder zuletzt der Bahn.
Als gewisser Höhepunkt bei dem Projekt der Stegmühle ist die Wiedererrichtung eines Wasserrades vorgesehen. Natürlich hätte ich dies letzten Samstag gerne eingeweiht, aber aufgrund einer Erkrankung des Wasserradbauers war dies leider nicht möglich. Wir freuen uns aber alle, wenn dies in den nächsten Wochen errichtet wird.
Die jetzt endende Wahlperiode hat sich folglich in erheblicher Weise von den Wahlperioden und den dortigen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte unterschieden. Ich wünsche mir für die kommende Periode, für die Schwarzenbacherinnen und Schwarzenbacher, für Michael Haas, wie auch für den neu gewählten Stadtrat alles Gute.
Wenn ich nun auf 12 Jahre Bürgermeisteramt zurückblicke, so erfolgt dies mit großer Dankbarkeit. Es war für mich eine Ehre bei offiziellen Anlässen die Amtskette der Stadt Schwarzenbach a.d.Saale tragen zu dürfen. Die normalen Amtsgeschäfte gehören natürlich zu den Aufgaben des Bürgermeisters. Besonders in Erinnerung wird mir jedoch der Kontakt zu unseren Bürgerinnen und Bürgern sein, für die ich 12 Jahre dienen durfte. Auch wenn nicht alle Ziele und Wünsche erfüllt wurden, wenn schwierige Entscheidungen zu treffen waren, so blicke ich mit viel Freude und Dankbarkeit auf die vergangenen 12 Jahre zurück.
Bedanken möchte ich mich für der Begleitung in dieser Zeit bei den Kolleginnen und Kollegen hier im Stadtrat, aber insbesondere auch bei den fast 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt, vom Rathaus über den Bauhof, dem Erika-Fuchs-Museum, Hallenbad und Bücherei sowie den Schulen.
Die Stadt Schwarzenbach verfügt über tolle Mitarbeiter. Es war mir eine Freude deren Vorgesetzter zu sein.
Am Ende des Rückblicks möchte ich aber, bevor wir zur Ehrung der ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen kommen meinem Amtsnachfolger Michael Haas für sein Bürgermeisteramt viel Freude, Fortune und Erfolg wünschen. Hierbei schließe ich seine Familie mit ein, denn das Amt des Bürgermeisters ist kein normaler Job. Die Stärke, die ich durch meine Isolde und meine Kinder erhalten durfte war und ist mir ganz wichtig.
Auch dem Stadtrat wünsche ich in seiner Gesamtheit und neuen Zusammensetzung viel Erfolg. Kommunalpolitik ist Sachpolitik. Es geht um die Menschen und die Wirtschaft gerade hier in Schwarzenbach. Ich wünsche dem Gremium die richtigen Entscheidungen und Gottes reichen Segen bei dieser ebenfalls ehrenamtlichen Tätigkeit.