Der Termin war bewusst gewählt: Am Lichtmess-Tag, der traditionell als wichtiger Stichtag für Knechte und Mägde zum Wechsel ihres Dienstherrn galt, wurde Bertram Popp als Leiter des Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Bei einer Feierstunde blickten der Zweckverband des Museums, Kolleginnen und Kollegen sowie zahlreiche Weggefährten gemeinsam mit Bertram Popp auf über 40 Jahre engagierte und äußerst erfolgreiche Arbeit zurück. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Gruppe Duudn & Bloosn.
Dank und Anerkennung für jahrzehntelanges Wirken
Der Zweckverbandsvorsitzende Dr. Oliver Bär begrüßte die Gäste zu „diesem für das Bauernhofmuseum schon historischen Moment“. Er dankte Bertram Popp für das über Jahrzehnte Geleistete. Aus kleinen Anfängen habe er maßgeblich dazu beigetragen, das Bauernhofmuseum zu seiner heutigen Größe zu entwickeln und es mit neuen Ideen zu einem lebendigen Museum zu machen.
„Und Sie haben dadurch dazu beigetragen, sowohl der Landwirtschaft als auch der Region ein Mehr an Bewusstsein, ein Mehr an Selbstbewusstsein zu geben.“
Rückblick in persönlicher Runde
In einer Gesprächsrunde mit dem Landrat ließen Horst Penzel (Erster Bürgermeister von Zell i. F.), Martin Morgenroth (2. Vorsitzender des Fördervereins des Museums) und Livia Forche (Nachfolgerin in der Museumsleitung) die gemeinsame Zeit mit Bertram Popp Revue passieren und erinnerten an prägende Momente seines Wirkens.
Fachliche Würdigung durch Wegbegleiter
Die Festvorträge hielten Bezirksheimatpfleger Günter Dippold, Vorsitzender des Fachbeirates des Bauernhofmuseums, sowie Herbert May, Geschäftsführer des Arbeitskreises Hausforschung e. V. und ehemaliger Direktor des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim.
Prof. Dr. Dippold betonte:
„Dass es das Museum gibt, ist seinem Gründer Karl Bedal zu verdanken. Wie sich das Museum entwickelt hat, ist das Verdienst von Bertram Popp.“
Zwar sei das Museum von der Größe her „ein Zwerg unter Riesen“, doch habe es sich durch die jahrzehntelange Arbeit großen Respekt verschafft. Zudem würdigte er Popps umfangreiches ehrenamtliches Engagement, unter anderem bei der aktuell laufenden Antragstellung zur Aufnahme regionaler Wiesenfeste in das immaterielle Kulturerbe.
Dr. Herbert May hob insbesondere Bertram Popps herausragende Verdienste für die oberfränkische und gesamtbayerische Hausforschung hervor. Als Experte für historische Frackdachhäuser, Strohdächer, Blockhäuser sowie für die Erforschung bäuerlicher Lebenswelten habe er Maßstäbe gesetzt:
„Die Erkenntnisse zum historischen Hausbau im nördlichen Oberfranken verdanken wir ganz wesentlich Bertram Popp.“
Dankbare Worte zum Abschied
In seinen Schlussworten verbeugte sich Bertram Popp symbolisch in alle Himmelsrichtungen und dankte dem Zweckverband, den Förderern, den Nachbarn in Kleinlosnitz, Mitarbeitenden, Kolleginnen und Kollegen sowie seiner Familie.
„Es ist eine Gnade, so lange an einem Arbeitsplatz wirken zu dürfen.“
Dass er auch im Ruhestand aktiv bleiben wird, gilt als sicher: Als Kreisheimatpfleger, Mitglied der Jury des Oberfränkischen Wortes des Jahres, in der Arbeitsgemeinschaft Fränkische Volksmusik, im Gesprächskreis Colloquium Historicum Wirsbergense sowie als Stadtrat von Schwarzenbach an der Saale wird Bertram Popp weiterhin prägend wirken.
