Jugend im Landkreis kommt zu Wort


Wo sonst der Kreistag zusammenkommt, tagten am Donnerstagabend zum zweiten Mal Vertreter der Jugendstadträte aus Helmbrechts, Rehau und Schwarzenbach an der Saale sowie die Jugendvertreter der Gemeinden Leupoldsgrün, Oberkotzau, Regnitzlosau und Stammbach und brachten zur Sprache, welche Themen sie bewegen, was im Landkreis gut läuft, aber auch, wo sich die Jugendlichen Verbesserungen wünschen. Um die 60 Vertreter aus den Jugendvertretungen kamen im großen Sitzungssaal des Landratsamtes zusammen - alle zwischen 12 und 20 Jahren alt - und diskutierten mit Landrat Dr. Oliver Bär sowie den Bürgermeistern Stefan Pöhlmann und Karl-Philipp Ehrler über konkrete Anliegen, aber auch darüber, wie sich das sogenannte Jugendforum des Landkreises künftig zusammensetzen und auch, wie oft es zusammenkommen wird.

„Es ist mir wichtig, den Austausch den Jugendlichen in unserer Region zu suchen“, sagt Dr. Oliver Bär. Einige der jungen Leute sind zum ersten Mal beim Jugendforum dabei, für andere ist es 2018 schon das zweite Treffen mit dem Landrat. Eine kurze Vorstellungsrunde und dann geht es los. Auf der Tagesordnung standen aktuelle Themen. Die sieht Landrat Dr. Oliver Bär im Aufbau des Digitalen Gründerzentrums, der aktuellen Baumaßnahmen zur Weiterentwicklung der Kliniken Hochfranken sowie dem Ausbau des Radwegenetzes.

Danach ist der Input der Jugend gefragt. Wirklich wichtig ist den jungen Teilnehmern das Thema ÖPNV. Anna Kolbe, Jugendvertreterin der Gemeinde Regnitzlosau, wünscht sich, dass der Landkreis eine entsprechende App für die Busverbindungen im Landkreis herausgibt. „Das wird kommen. Wir arbeiten daran, die Umsetzung wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen“, antwortet Landrat Dr. Oliver Bär. Genau diese Frage sei auch schon Gegenstand bei der letzten Sitzung des Projektkreises ÖPNV des Kreistages gewesen. Lea-Maria Weber aus Rehau spricht das Thema „Nightliner“ an. „Irgendwie habe ich das Gefühl, der Nightliner fährt überall, nur nicht nach Rehau und Regnitzlosau“, sagt sie. Landrat Dr. Bär erklärt, dass der Einsatz sich natürlich auch nach dem Einzugsgebiet der jeweiligen Veranstaltung richtet. Er verspricht, zur nächsten Sitzung Maximilian Stöckl einzuladen, der das Projekt federführend organisiert. Für den Nightliner gab es auch viel Lob: „Der Nightliner ist immer voll, ohne ihn wären die Veranstaltungen nicht so gut besucht“, erklärt Josefine Unger. Sie ist erste Sprecherin des Jugendstadtrates Schwarzenbach an der Saale.

Zwischen dem Landrat und den jungen Abgeordneten herrscht durchwegs ein lockerer und kollegialer, gleichzeitig stets sachlicher Umgangston. Es wurde nicht gemieden, dem Landrat offen Probleme zu schildern. Doch es wurde auch nichts schlechtgeredet. Für die vielen Angebote in den Jugendtreffs gab es Lob. „Unser Jugendzentrum bedient mit seinen Angeboten eine relativ breite Spanne bei den Altersklassen“, so John Höllerich. Er ist erster Sprecher des Jugendstadtrates Helmbrechts. Positiv bewerteten alle ein Angebot einer Taschengeldbörse und genauso hießen es die Jugendvertreter ohne Ausnahme für eine gute Idee, dass das Jugendforum selbst nun eingerichtet ist. Kreisjugendpfleger Robert Sandig schrieb bei den Wortbeiträgen der Jugendlichen fleißig mit. „Wir sind dankbar für die Ideen, Anregungen und vor allem das Engagement“, so Sandig. Die Zusammenarbeit sei sehr gut.

So waren sich alle darüber einig, das Jugendforum wie bisher mit allen Vertretern der Jugendstadträte sowie den Jugendvertretern der Gemeinden zu besetzen. In Zukunft soll dieses mit zwei beratenden Mitgliedern im Schul-, Kultur- und Sportausschuss vertreten sein, auch dafür sprachen sich die Jugendvertreter einstimmig aus. Soweit ist man aber noch nicht. Denn „dazu müsse der Kreistag erst zustimmen , außerdem auch die Geschäftsordnung geändert werden“, erklärt Landrat Dr. Bär. Ali-Cemil Sat vom Jugendstadtrat Münchberg erklärt dazu: „Für diese Funktion muss nicht unbedingt der Sprecher einer Stadt oder Gemeinde in Frage kommen, es kann genauso gut ein Mitglied des Jugendstadtrates diese Aufgabe übernehmen.“ Am Mittwoch bekamen die Jugendlichen jedenfalls einen ersten Vorgeschmack, wie es in den Beratungen des Kreistages und seiner Ausschüsse zugeht. Dass das Jugendforum zweimal jährlich zusammenfinden sollte, hieß es gleich von mehreren Vertretern. Ob das der Fall sein wird, ließ der Landrat noch offen. „Soweit sich aktuell Themen ergeben, teilt uns diese bitte mit, nach Bedarf kann es dann ohne Frage eine zweite Sitzung geben“, so der Landrat.

Zur nächsten Sitzung hat man sich schon Konkretes vorgenommen: Erfolgsfaktoren von Jugendtreffs, die Vorstellung des Konzeptes „Nightliner“und weitere aktuelle Themen werden auf der Tagesordnung stehen. Zudem wird der Landkreis in Abstimmung mit den Jugendlichen den „Revolution Train“ für einen Tag in die Region holen. Revolution Train ist ein Projekt zur Drogenprävention und basiert auf Interaktivität und Wahrnehmung durch alle Sinne. „Jeder, der den Zug durchläuft, bekommt Gänsehaut und möchte so schnell keine Drogen nehmen“, so Nino Wühr vom Jugendstadtrat Rehau. Dass die Jugendvertreter aus "ihrem" Kreisparlament heraus gemeinsam mit dem Landkreis etwas bewegen, darüber ist sich Landrat Dr. Oliver Bär sicher. „Das Interesse, die Motivation und das Engagement seitens der Jugendlichen dafür sind groß, das freut mich sehr“, so der Landrat.
 

 

Stand der Informationen: 27.02.2018